Da sind sie nun fast vorbei. 5 Monate Erasmus. Auslandssemester. Time of my life und so. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Zwar gab es schon einige Abschiede vor Weihnachten, doch heute kam der erste Abschied, der mir nahe ging. Meine Mitbewohnerin ist nach Hause gefahren. Fuer sie faengt die Uni in Holland bald wieder an, deshalb muss sie eher gehen. Bis vor kurzem war alles noch so weit weg, doch mit einem Schlag traf es mich jetzt. Kurz nach dem Abschied. In der Dusche stehen nur noch meine Duschsachen und mein Fahrrad steht auch ganz verlassen im Flur. Und jetzt realisiere ich, dass ich schon mit "In 2 Wochen"; auf die Frage "Und wie lang bleibst du noch?", antworten kann. Gestern sagte ich noch "Am 31.1.", es schien so weit weg dadurch. Mir ist schlecht, wieder diese Abschiedsuebelkeit. Die Zeit war einfach unbeschreiblich, das kann einfach niemand nach empfinden, der so etwas nicht selbst erlebt hat. Es ist nicht zu vergleichen mit einem Sozialen Jahr, oder mit der Arbeit als Au-Pair, oder sonstiges. Es ist einfach Erasmus. Und ich will nicht, dass es zu Ende geht. Nicht so schnell. Klar kann ich nach Lille zurueckkommen. Doch es wird nie wieder so, wie es die letzten 5 Monate war. Lille bleibt, die Menschen gehen. 

Ich werde meine Lieblingserasmusleute so sehr vermissen. Die Préboires, die Friterie mit dem allerbesten Cheeseburger auf der Welt. Die ganzen versteckten Herzen in der Stadt. Den Kiosk. Le Zeppelin. Men Fahrrad. Die Métro ohne Fahrer. Den Riesencampus. Die CROUSkarte. Die Riesenregale mit den 1000 verschiedenen Billigweinen im Supermarkt. Warten auf die 1.Métro. Jemanden Chti reden hoeren. Sich ueber die Unorganisiertheit der Uni aufregen. Singend mit Anne durch die Strassen laufen. Einen Misch aus Franzoesisch/Englisch/Deutsch/Niederlaendisch zu sprechen. Herzchensticker verkleben. Lille bei Nacht mit den vielen Lichtern. Die ganzen Partys. Auf dem Weg zum Club so dringend aufs Klo muessen, dass man zwischen 2 Autos geht. Von einer Party rausgeschmissen zu werden. Am Automaten noch Barbecuechips kaufen. Sich freuen, wenn die Buslinie 47 kommt. Spaziergaenge zur Citadelle. Fotos machen. Alle mit Glitzer beglitzern, obwohl sie es nicht leiden koennen. Potatoes in den Strumpfhosen. Karls und Daves. Konzertbesuche. 5 DVDs zum Preis von insg. 30 Euro kaufen. Soldes. Pardon, excusez-moi! 90er Musik hoeren. Mme Lepez. 3 Euro Mittag in der Mensa.  Blood, it's not funny. Charlie. Geld nur fuer Essen und Klamotten ausgeben. Betrunkene Franzosen. Auf Hotelbetten huepfen. LOSC immer weiter aufsteigen sehen. Sich verlaufen und im Kreis laufen. Sich ueber den frz Akzent bei englischsprechenden Franzosen lustig machen. Deutsche Redewendungen einfach auf frz uebersetzen und benutzen. Geburtstag mit Geburtstagshueten feiern. Stimme verlieren. Naechtliche Maedchengespraeche. Neue Bands entdecken. Auf billige, aber tolle Elektrofestivals gehen. Sich franzoesisch fuehlen. Immer wieder neue, tolle Leute kennen lernen. Post aus der Heimat bekommen. Trinkspiele spielen. Moules et Frites. Tapas, get in my mouth! Schwarzfahren und dann doch nicht die volle Strafe zahlen. 2 Fahrraeder in 3 Monaten. Im Franzoesischunterricht lernen, warum es Copain heisst. Streiks. Unistreik. Parolen an den Waenden. Sarkozy scheisse finden. Party. Party. Party. Herzmenschen. Erasmus.

Kommentare :

  1. Ja, der Abschied...trop triste :(

    Ich verstehe dich, habe Erasmus ja jetzt schon zweimal mitgemacht. Jemand hat letzt bei Facebook gepostet: Don't cry because it's over, smile because it happened :)

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  2. Kenne ich, hab damals so geheult am Flughafen... Aber versuch die letzte Zeit noch zu genießen. Ich war die letzten 10 Tage so depri dass ich mit die letzte Woche damit fast schon wieder versaut hab.

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