Deutschland, deine Kinder.

Ich bin gerade richtig wütend und muss das irgendwie los werden. Ich hasse Ungerechtigkeit und wenn es um die Unterstützung von Studenten (auch anderen, aber ich kann jetzt selbst nur als Student reden) geht, dann könnte ich explodieren. Ich bekomme kein BaföG, denn ich bekomme Kindergeld und Unterhalt, das reicht mir aus. Letztes Semester habe ich außerdem noch einen Hiwijob gemacht, der mir 100 Euro mehr im Monat brachte, so dass ich mir auch mal mehr kaufen konnte. Ich bin damit vollkommen zufrieden. Hier soll es gar nicht um mich gehen, sondern um eine andere Geschichte, die ich euch kurz erzählen möchte:

Ein Student bekommt seit 2009 BaföG. Er kann gut und normal davon leben. Die Miete ist darin allerdings nicht enthalten, denn die wird glücklicherweise von den Eltern übernommen, denn sonst würde das BaföG lang nicht ausreichen. Nun wurde diesem Student neulich das BaföG gekürzt, weil die Eltern angeblich plötzlich mehr verdienen. Nunja. Damit der Student wieder so leben kann wie vor der Kürzung, beschließt er einfach arbeiten zu gehen. Problem gelöst. Aber nein! Eines Tages sieht er auf seinem Konto, dass kein er diesen Monat kein BaföG erhalten hat und erfährt nachdem er sich erkundigt hat, dass er ja das Bafög nicht mehr bräuchte, weil er durch seinen Job ja (circa) 150 Euro mehr an Geld im Monat zur Verfügung hätte. Seit 1 Monat macht der Student aber ein 3-monatiges UNBEZAHLTES Praktikum. Er arbeitet dort 8 Stunden am Tag, manchmal auch mehr, wenn er eben noch gebracht wird. Weshalb er deshalb in der Woche nicht mehr arbeiten geht, manchmal, wenn er noch Durchhaltevermögen hat, geht er eben am Samstag arbeiten. Doch das Geld reicht nicht aus. Denn wie soll ein Student von Kindergeld und mittlerweile vielleicht allerhöchstens 80 Euro zusätzlich (durch die Arbeit am Wochenende) leben?
Ihm bliebe jetzt die Möglichkeit das Praktikum abzubrechen, damit er wieder arbeiten kann und somit Geld zum gut und normal Leben hat. Oder er geht nicht mehr arbeiten und bekommt so viel BaföG, dass er gerade, wenn er sparsam ist, am Ende des Monats gerade so auf 0 kommt.


Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Vielleicht "Ich bin froh, dass sich meine Eltern scheiden lassen haben, denn durch den Unterhalt habe ich genug Geld."?!

Ich lasse den Text hier nun einfach mal so stehen, weil mir weitere Worte einfach fehlen. 


EDIT: Er war dort und hat sich beschwert. Die Antwort: "Huch, da haben wir was falsch gemacht." Er wird aber trotzdem weniger als vorher bekommen, wegen anderer Gründe. (Besser als nichts)

Kommentare :

  1. Ja, dieses System ist mehr als ungerecht. Ein Kommilitone kam deswegen auch schon in eine prekäre Lage, weil seine Schwester anfing eine Ausbildung zu machen...

    Ich bin heil froh, dass meine Eltern mich unterstützen bzw. es auch können.

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  2. Ja, ich musste mich jetzt auch mit dem Thema Bafög auseinandersetzen und habe das Gefühl, dass in diesen Ämtern Willkür herrscht. Das hat mir sogar ein Mitarbeiter gesagt! Meine Eltern haben sich auch scheiden lassen, Vater kein Unterhalt bezahlt = Schulden. Diese Unterhaltsschulden konnte ich nun in das Grundbuch seines Grundstücks eintragen und an das Geld komme ich aber nicht einfach so. Da hat mir der Mitarbeiter doch tatsächlich gesagt: "Ja entweder sie haben ein Arschloch da sitzen oder jemand der es gut mit ihnen meint und es wird nicht angerechnet." Da fasse ich mir wirklich an den Kopf!

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  3. Hallo, in meiner Welt. Ich bekam immer Bafög, plötzlich nur noch ganz wenig. Hätte ich meinen Job nicht, dann würd das gar nicht hinkommen.:(
    traurig aber wahr *sfz* Gott sei Dank, hab ich ne supertolle Oma. Meine Eltern finden ja auch, ich wäre selber schuld, weil ich ins Ausland gegangen bin. Ja klar. Wenn man Träume hat usw.
    Und jedes Jahr erneut um Bafög streiten. Gott sei Dank ist das bald vorbei.

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  4. Was der Person, über die du da schreibst, passiert ist, dürfte nicht sein. Es müssten bis zu 4.206€ Zuverdienst im Bewilligungszeitraum - normalerweise 12 Monate - anrechnungsfrei bleiben. Das macht im Monat knapp 350€. Alles, was über diese 4.206€ hinausgeht, darf dann allerdings auf den monatlichen Betrag, den man vom BaföG-Amt erhält, angerechnet werden.

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  5. Wenn er in seinem Job tatsächlich nur 150€ monatlich verdient, dürfte das ganze nicht auf seine Förderungssumme angerechnet werden. Weil jeder BaföG-Bezieher im Bewilligungszeitraum das Recht hat, 4800€ anrechnungsfrei dazu zu verdienen - im Schnitt sind das 400€ pro Monat. Erst wenn dieser Betrag überstiegen wird, darf der Überschuss auf die Förderungssumme angerechnet werden. Ist gesetztlich festgehalten.
    Wenn der oben genannte Student also unter dem Betrag bleibt, kann er sich ohne Probleme ans BaföG-Amt wenden. Schließlich steht das Recht dann auf seiner Seite.

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