Die Jugend heutzutage. [Outfit]

Eigentlich sollte das ein Outfitpost werden, aber irgendwie mag ich die Fotos nicht so (wie alle, die ich vor einiger Zeit im heimischen Garten schoss). Sie sind überbelichtet und ich stehe blöd da. Deshalb gibt's heut vor allem Gesichtsbilder. Höhö. Außerdem mag ich ein wenig nachdenken, über die Jugend heutzutage. Dabei rede ich vor allem über die Jahrgänge 1992-1994, denn ich habe einige Beobachtungen in meinem Umfeld gemacht. Ja, ich bin zur Zeit von Menschen umgeben, die vier bis sechs Jahre jünger als ich sind, denn ich bin mittlerweile die Mutti in der WG. Ich bin Jahrgang 1988 und damals (oh je!), als ich  mit dem Studium begann, gab es vor allem die Studenten, die es liebten feiern zu gehen. Klar, gab es auch diejenigen, die einen gemütlichen Abend mit Freunden vorzogen und einfach keine Partymenschen waren. Das ist ja auch völlig in Ordnung so. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es damals viel weniger Studenten dieser Sorte gab. Irgendwie gehörte das dazu. In meinem Freundeskreis gab es damals ein bis zwei Leute, die eher die gemütlichen Typen waren und nach dem Vortrinken zu Hause blieben. Der Rest machte sich auf in die Studentenclubs der Stadt. Bis fünf haben wir durchgetanzt, um dann 8 Uhr morgens wieder in der Uni zu sitzen. 14 Uhr ging es nach Hause, Mittagsschlaf, später wieder an die Uni und kurz bevor es wieder zur nächsten Party ging, gab es noch einen Powernap. Zugegeben, so sieht es bei mir auch nicht mehr aus, was vor allem daran liegt, dass ich das nicht mehr kann (:D). Außerdem hab ich doch damals (!) schon alles mitgemacht und so sehr verändern sich die Partys eben auch nicht. Aber ab und zu gehe ich doch mal wieder gern mit. Gerade jetzt, wo ich noch Zeit habe und die ganzen Semesteranfangspartys sind, gehe ich gern mit meiner Mitbewohnerin tanzen. Der Eintritt ist nicht so hoch und ab und zu trifft man dann doch wieder bekannte Gesichter. Komischerweise treffe ich vor allem Freunde, die am nächsten Morgen 6 Uhr aufstehen und dann acht Stunden arbeiten gehen müssen und nicht die Bachelorstudenten, die am nächsten Tag erst 10 Uhr Uni haben. ODER SOGAR NOCH SPÄTER.
Jetzt hat die letzte Woche das neue Semester begonnen und somit starten auch die ganzen Semesteranfangspartys. Von meinen Leuten sind die meisten weg, weil sie ihren Master in einer anderen Stadt machen, ihr Ref begonnen haben oder schon arbeiten. Aber durch meine Mitbewohnerin kenne ich dann eben doch noch ein paar. Eben jene 1992-1994 Jahrgänge. Und plötzlich gehen einige nicht mehr feiern. Von einem Semester (Party jeden Tag) ins nächste Semester: "Och nö, hier ist's so gemütlich und ich muss morgen 10 Uhr aufstehen." Was ist da los? Meine Mitbewohnerin (Jahrgang 1993), anscheinend die einzige Überlebende der feierwütigen Studenten, ist zum Glück sehr zuverlässig was das Feiern angeht. Gestern konnte mich dann aber doch  ein Teil wieder überzeugen: ab und zu ne kleine Party ist dann doch noch bei ein paar Bachelorleuten drin. Und das auch lang. Recht herzlichen Dank an euch, die des Feierns nicht müde werden. Genießt die Zeit, in der ihr es noch könnt, weil ihr euch eben nur in zwei Vorlesungen setzen müsst, weil euer Körper das noch mitmacht und weil man immer wieder tolle Menschen trifft. Und alle, die keinen Bock auf den Kater danach haben: pssst, tanzen kann man auch ohne Alkohol. Das klingt jetzt wie ein Plädoyer über's Feierngehen und vielleicht ist es das auch, aber ich habe das Gefühl, dass diese Jahrgänge auch extrem fleißig sind und schnell schnell studieren und dann Geld verdienen wollen. Da wird sich am Abend beim gemütlichen (!) Zusammensitzen über die Lebensläufe unterhalten, was da denn noch fehlt und was sich noch gut darin machen würde. Ich meine WHAT? Während wir die Uni erst mit Mitte/Ende 20 beenden, weil studieren Spaß gemacht hat, wir die Zeit vor allem wegen des Drumherum am Studentenleben genossen haben und uns dachten: arbeiten kann man noch das ganze Leben lang. Das Studium ist die Zeit zum Zeitvertreiben, Feierngehen, den ganzen Tag im Park liegen und das Sommersemester genießen, Serienmarathons starten und ja, am Ende des Semesters dann eben auch zum Verzweifeln und Hausarbeiten in vier Tagen schreiben, weil man den Rest des Semesters genossen hat. Das Studium war eine wundervolle Zeit für mich (im Bachelor) und wenn ich daran zurückdenke, habe ich vor allem die gute Zeit mit tollen Leuten in Erinnerung und nicht die paar Stunden am Schreibtisch. Ich höre mich schon an wie eine Omi, die über ihre Jugend philosophiert und auf die schlimme Jugend von heutzutage schimpft. Nun ja. Dann bin ich gern diese Omi. :)
Kette: New Yorker, Jeansbluse: Only, Pullover: Gina Benotti, Hose: Tally Weijl, Boots: Buffalo

Kommentare :

  1. Bei deinem Text musste ich gerade grinsen. Ich bin Jahrgang 94 und gehöre genau zu der Sorte Studenten, die lieber zuhause sitzen als auf irgendwelche Feiern zu gehen. Frag mich gerade echt selber, warum das so ist. Früher war das auch bei mir nie so wirklich der Fall, da ging ich gerne weg. Seltsam :D
    Liebe Grüße
    Iris

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  2. Ich find du verallgemeinerst hier ein bisschen stark. Wenn man Jura, Medizin oder Wirtschaftsingineurwesen studiert, ist es eben nicht getan mit "4 Tage am Ende des Semesters Hausarbeit schreiben", auch wenn das vielleicht in deinem ehemaligen Studiengang so sein mag. Wenn man weiß, wo man später mal hinwill, muss man dafür manchmal eben auch etwas investieren und nicht "studieren, um die Zeit zu vertreiben!"

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    1. Ja, ich spreche vor allem aus meiner Erfahrung. Aber bei jedem Studiengang musst du viel tun, aber der eine macht eben mehr, der andere weniger. Ich habe Freunde, die Jura, BWL oder ähnliches studier(t)en. Die kamen auch mit Feiern. Ich hab das Gefühl, dass es eben bei uns so war, dass wir gerade zu Semesterbeginn alles mitgenommen haben und dann am Ende des Semesters losgelegt haben (da gibts nämlich auf Grund der Prüfungsphase eh kaum Partys :) Und das ist ja auch jedem seine Entscheidung wie man das alles angeht. Aber ich finde diese besagten Jahrgänge (in MEINEM Umfeld!) unabhängig von ihrem Studiengang alles so ernst nehmen. Sie ziehen durch von Tag 1 an und ich finde das eigentlich schade, da das Studium so eine besondere Zeit ist. Darum geht es mir nur. :)

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    2. "Aber ich finde diese besagten Jahrgänge (in MEINEM Umfeld!) unabhängig von ihrem Studiengang alles so ernst nehmen."

      Kurze Frage an Dich persönlich: Sagst du den Leuten in deinem Umfeld, die in die betreffenden Jahrgänge gehören, dass sie deiner Meinung nach ihr Leben bzw. das, was du als "alles" bezeichnest, zu ernst nehmen? Und falls ja: Welche Reaktionen kommen von denen? Könnte man dann nicht rückfragen, ob du vielleicht das "alles" in deren Alter nicht wirklich ernst genommen hast?




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    3. Also den Leuten, mit denen ich viel zu tun habe, sage ich das auch mal. Dass sie sich nicht so viele Gedanken machen und auch mal loslassen sollen, eben das Studium so genießen, wie man es könnte. Sie haben darauf aber keine Antwort und wie gesagt, meine Mitbewohnerin (Jahrgang 1993 ;) bekommt das doch auch alles hin und sie versteht die anderen da auch nicht so richtig.
      Und natürlich hatte ich auch in meinem Bachelorstudium Momente, in denen ich mir Sorgen gemacht habe, Angst hatte, was das wohl alles werden wird, Stress gehabt und so weiter. Aber das war ein kleiner Teil. Hauptsächlich bin ich gern zum Studium gegangen. Ich finde eben, dass dieses "sich Sorgen machen/immer gestresst sein" einen viel zu großen Teil einnimmt bei besagten Personen und das ist doch wirklich schade!

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  3. Was ein herrlicher Post, welcher unsere Altersstufe perfekt eingrenzt! Ich studiere selbst gerade im vierten Semester und erwische mich mittlerweile immer häufiger auch schon gemütlich auf der Couch am lümmeln, und das mit 20 Jahren... Manchmal denke ich mir auch, was denn schief läuft, dass ich nicht jeden Abend, besonders jetzt am Semesterstart unterwegs bin und die Nacht genieße. Wobei ich das dann immer rechtfertige mit der Aussage, dass das Studium vorgehe (und dann darüber schimpfen, dass ich mit 23 meinen Master habe und so doch auf keinen Fall arbeiten gehen kann :D).
    Dabei hast du so recht! Ich hab mir gerade eben noch Karten für das Festival unserer Uni bestellt während ich hier deinen Blog las. Danke für die aufweckenden Worte. Und danke, dass ich eben so herrlich schmunzeln durfte! Ich gönne mir jetzt mit meiner Mitbewohnerin noch einen Sekt!
    Viele Grüße einer eigentlich stillen Leserin :)

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    1. Hallo liebe stille Leserin :) Das freut mich sehr und viel Spaß beim Festival <3

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  4. Was, du bist '88 geboren? :D Krass, Ich hätte dich für einen Teenie gehalten :D so 17-19 vielleicht ^^

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    1. Höre ich immer wieder. Musste sogar beim Bierkauf meinen Perso zeigen :D Aber egal. Meine Oma und meine Mama werden auch immer noch viiiiiel jünger geschätzt als sie sind. Das ist doch toll :)

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  5. Studieren ist schon lange nicht mehr was es mal war. In meinen Augen. Zwei Nebenjobs, etliche Klausuren/Hausarbeiten/Referate, mehr benotete Leistungen... Der Bachelor hat das Studium zu einem Hindernislauf gemacht und die Firmen schauen auf die Laufzeit. Natürlich kein Grund lieber Zuhause zu bleiben... aber spinnt man diese Gedanken noch weiter... kann man sagen, dass Eintritte und Getränke teurer geworden sind. Gleichzeitig, will man auch noch so viel wie Möglich von der Welt sehen. Wer bezahlt die Flugpreise? Lieber fliege ich einmal mehr im Jahr in Urlaub, sehe mehr, unternehme mehr Ausflüge, reise weiter... als jedes Wochenende betrunken und verkatert an mir vorüberziehen zu lassen.
    Ich gehöre auch zu der Sorte, die lieber nicht feiern geht und Zeit/Geld anders investiert ;-)
    Liebe Grüße Mandy

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  6. Hahaha, was ein süßer Beitrag!!! Ich muss sagen ich bin schockiert! Ich bekomm das so nicht mit, aber ich war auch echt wesentlich mehr feiern als meine Schwester :-D Das konnt ich auch nie so recht verstehen. Kann man sich einfach nicht vorstellen! Aber vllt liegt es auch echt mit daran, dass heutzutage viele ohne Alkohol nicht mehr feiern können. Aber gut ich kenn auch in meinem Umfeld einige, die das heute noch nicht schaffen :-D Super schöner Look! Passt total gut zu dir und gefällt mir verdammt gut

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  7. Ich scheine ja stark an deiner Partyfaulen-Grenze zu sein. Ich bin Jahrgang 91. Und ich weiß nicht, ich hätte das echt gern alles gemacht was du da sagst, aber nach wie vor fehlen mir die Leute dazu :( Scheinbar bin ich da ganz schlecht drin so Leute zu finden und so. Aber du redest ja von Leuten die könnten und nicht wollen. Aber das ist eben auch Typsache oder eben schwierig wenn einem der Anschluss fehlt. Und sag jetzt nicht du gehst alleine los um solche Partys zu feiern ;)

    Aber an sich hast du Recht. Ich bin auch voll so, dass ich versuche das Studentenleben zu genißene. Ich mache Wochenendtrips weil es keinen kümmert ob die Vorlesung geschwänzt wird oder nicht. Ich fange dann halt erst paar Tage vor ner Präsi an die zu machen, weil es trotzdem noch reicht. Denn ja: Wir werden noch lange genug arbeiten ;)
    Wie klappts bei dir den so mit der Jobsuche? :D
    Und war Paris schön? ♥

    LG
    Romy

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