PERSONAL. Die Geschichte vom Igel, der sich fast in den Tod stürzte.

Letzte Woche Samstag machte ich mit drei Freunden eine kleine Fahrradtour nach Molsdorf: einem Dörfchen mit kleinem Schloss, circa 15km von Erfurt entfernt. Morgens war ich etwas skeptisch, da Sturmwarnungen und kräftige Windböen für diesen Tag vorhergesagt waren, andererseits würde das schon in Erfurt nicht so kräftig winden, schließlich sind wir nicht an der Küste. Oder so. Noch innerhalb der Stadt, vor allem in den Parks, zeigte sich die Verwüstung der letzten Nacht durch den Sturm. Trotzdem ging es weiter. Es war auf jeden fall sehr windig, aber bis auf, dass wir kräftiger in die Pedale treten mussten, weil der Gegenwind so stark war, passierte uns nichts. Nach 1,5 Stunden erreichten wir Molsdorf und das Schloss. Es ist wirklich hübsch dort, aber die Betreiber beklagen sich wohl über zu niedrige Besucherzahlen im Museum und im Schlosscafé. Nun ja, ich kann denen sagen warum: euer Personal ist kackunfreundlich. Sorry. Aber die Umgebung ist schön: das Schlösschen, der Park, der Rasen, der Bach. Die Tiere sind allerdings etwas lebensmüde. Wir sahen einen kleinen Igel und plötzlich stürzte er sich in den Bach und schwamm so seine Runden. Ich habe also mit 26 Jahren gelernt, dass Igel schwimmen können. Monsieur Igel hingegen hat gelernt, dass er besser nicht in Bäche springen sollte, die so komische Bretter an den Seiten haben, so dass er mit seinen kurzen Beinchen keine Chance hat wieder herauszukommen. So strampelte er sich also im Bach ab und versuchte immer wieder vergeblich das Gewässer zu verlassen. Ein älterer Herr kam mit einem Stock zu Hilfe und nachdem er den armen Igel ausversehen immer mal wieder unter Wasser drückte, gelang es ihm und meiner Freundin, dank eines Prospekts über die Ausstellung im Molsdorfer Schlossmuseum, dem Igel das Leben zu retten. Der lag dann völlig erschöpft, aber immerhin lebendig im Gras und sprang glücklicherweise nicht wieder ins Wasser.
Nach der Igelrettungsaktion und der Begegnung mit dem unfreundlichen Personal, beschlossen wir woanders eine Rast einzulegen. Für den Rückweg brauchten wir nur eine knappe Stunde, denn dieses Mal hatten wir den Wind meistens im Rücken. Kurz vorm Ziel überraschte uns dann doch noch ein kleiner Regenschauer, aber alles in allem hatten wir Glück mit dem Wetter. Das war ein wirklich schöner Ausflug mit Igel Happy End.

1 Kommentar :

  1. der arme igel, haha! und es gibt nichts besseres, als sich ein kühles bier nach körperlicher ertüchtigung zu gönnen ;)

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